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Vor- und Nachteile ausländischer Tagesgeldanbieter

Inzwischen tummeln sich eine Reihe ausländischer Anbieter auf dem Tagesgeldmarkt in Deutschland, die teilweise mit sehr guten Konditionen Kunden in Deutschland für ihre Dienste gewinnen möchten.

Wenn man sich für einen ausländischen Anbieter auf dem Tagesgeldmarkt entscheidet, so sollte man vorher eine Abwägung der damit einhergehenden Vor- und Nachteile vornehmen. Neben den guten Zinsen spricht in vielen Fällen die einfachere Kontoeröffnung, bei der eine bloße Kopie des Personalausweises oftmals schon genügt und die somit auf das Postident-Verfahren verzichtet, für die ausländischen Anbieter. Auch locken diese Anbieter gerne mit Sonderangeboten oder mit einer monatlichen Zinszahlung, was einen verstärkten Zinseszinseffekt zur Folge hat.

Demgegenüber sollte man nicht die Nachteile übersehen, die mit diesen Angeboten einhergehen können. Viele ausländische Anbieter unterliegen nicht der deutschen Einlagensicherung, so dass Anlagebeträge meist nur bis zu einer bestimmten Summe abgesichert sind. Ferner schreiben einige ausländische Anbieter ein festes Referenzkonto bei einer deutschen Bank vor, vor dem aus die Ein- und Auszahlungen auf das Tagesgeldkonto erfolgen sollen. In einem solchen Fall muss der Kunde also noch ein zusätzliches Girokonto bei einer bestimmten Bank in Deutschland eröffnen. Dann kann es sein, dass bestimmte Anbieter kein Onlinebanking anbieten, mit der Folge, dass sämtliche Transaktionen per Post oder Telefon abgewickelt werden müssen. Schließlich gilt die deutsche Freistellungsauftragsregelung im Ausland nicht, so dass sich der Kunde alleine um die Versteuerung seiner Zinserträge kümmern muss.

Angesichts der beschriebenen Nachteile, sollte man sich gut überlegen, ob man ein Tagesgeldkonto bei einer ausländischen Bank eröffnen möchte. Jedoch sei abschließend darauf hingewiesen, dass eine Reihe von ausländischen Anbietern über eine Niederlassung in Deutschland verfügen. Diese Anbieter schreiben in der Regel kein festes Referenzkonto vor, auch gibt es hier keine Einschränkungen bezüglich des Onlinebankings oder der Möglichkeit einen Freistellungsauftrag einzurichten. Allerdings gehören diese Banken meistens nicht der deutschen Einlagensicherung an.

Lehren für Tagesgeldanleger aus dem Ende der Noa Bank

Die Noa Bank gehörte seit dem August 2009 zu den zinsstärksten Anbietern auf dem Tagesgeldmarkt. Sie warb darüber hinaus damit, mit ihren Einlagen vor allem in ethische und nachhaltige Projekte zu investieren und sich so von anderen Banken in ihrer Geschäftsphilosophie zu unterscheiden. Im August 2010 verhängte die BaFin ein Moratorium über die Bank. Am 25.8 stellte die BaFin ferner den Entschädigungsfall für die insolvente Bank fest.

Aus dem vielversprechenden Anfang und dem schnellen Ende der Bank lassen sich einige Lehren für Tagesgeldanleger ableiten.

Kleine Onlinebanken werden häufig mit einem großen Kundenansturm konfrontiert, wenn sie mit sehr attraktiven Konditionen ins Tagesgeldgeschäft einsteigen. Legen viele Kunden ihr Geld als Folge dieser guten Konditionen bei der neuen Bank an, so fällt es dieser häufig schwer, die versprochene Rendite zu erwirtschaften. Entweder senkt die Bank dann schnell die Konditionen – mit der Folge, dass sie wieder sehr viele der gerade erst neu gewonnenen Kunden verliert – oder sie behält den Zinssatz bei, was dazu führen kann, dass sie die dafür notwendigen Erträge dauerhaft nicht erwirtschaften kann. Als Folge droht dann die Insolvenz.

Verspricht die Bank, vor allem in ethische oder nachhaltige Produkte zu investieren, so ist dieses Versprechen mit einer gewissen Skepsis zu betrachten, da es häufig der Bank nicht gelingt, mit diesen Projekten betriebswirtschaftlich rentabel zu arbeiten. Auch sind die Begriffe “ethisch” und “nachhaltig” sehr auslegungsfähig, so dass sich im Detail hier auch immer die Frage stellt, ob sich die mit dieser Absicht getätigten Investitionen tatsächlich nennenswert von denen anderer Anbieter auf dem Markt unterscheiden. Es kann sich bei solchen Begriffen lediglich um eine Marketingstrategie handeln.
Als Drittes sollte man sich als Kunde, gerade bei Neuanbietern auf dem Markt, immer genau über die Einlagensicherung der jeweiligen Bank informieren, da diese im Falle einer Bankeninsolvenz darüber entscheidet, ob man als Kunde seine Ersparnisse erstattet erhält. Die Noa Bank war nicht Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds, so dass für sie nur die gesetzliche Entschädigungseinrichtung der deutschen Banken greift. Das heißt, nur Einklagen bis zu einem Wert von 50.000 Euro können im Falle der Insolvenz an die Kunden erstattet werden.

Wie das Beispiel der Noa Bank zeigt, halten zinsstarke Neuanbieter auf dem Tagesgeldmarkt nicht immer das, was sie halten, eine Tatsache, die potenzielle Anleger bei ihren Kalkulationen mit berücksichtigen sollten.

Verschiedene Modelle von Tagesgeldkonten

Verschiedene Modelle von Tagesgeldkonten (mit Girokonto; mit Kreditkarte; mit Sparbuch)

Mit dem Ziel, sich von anderen Anbietern zu unterschieden und für potenzielle Kunden noch attraktiver zu werden, bietet eine Reihe von Banken besondere Tagesgeldmodelle an, die über herkömmliche Tagesgeldangebote hinausgehen.

Sehr beliebt ist die Kombination von Tagesgeld- und Girokonto, wie dies etwa die DKB-Bank oder die Comdirect-Bank anbietet. Der Vorteil hierbei ist, dass das Tagesgeld- und das Girokonto beim gleichen Bankinstitut angesiedelt sind, mit der Folge, dass einzelne Überweisungen vom Giro- auf das Tagesgeldkonto und zurück innerhalb eines Werktages abgewickelt werden können. Auch wird das Girokonto bei dieser Angebotsart meist ohne Kontoführungsgebühren und mit verhältnismäßig günstigen Dispozinssätzen angeboten.

Ein weiteres besonderes Tagesgeldangebot erweitert das Konto um eine Kreditkartenfunktion, wie dies etwa das Angebot der Ikano Bank tut. So können Kunden ihr Tagesgeldkonto nicht nur als Geldanlage, sondern auch zum bargeldlosen Bezahlen benutzen. Bei diesem Angebot wird auch keine Jahresgebühr für die Kreditkarte erhoben. Es besteht ferner die Möglichkeit, die Rückzahlung von Kartenumsätzen in Raten zu leisten.

Die SparCard 3000 plus direkt der Postbank stellt eine Kombination aus Tagesgeldkonto und Sparbuch dar: Wie bei einen Tagesgeldangebot können jederzeit Gelder auf das Konto überwiesen oder vom Konto abgebucht werden. Darüber hinaus sind wie bei einem Sparbuch auch Direktauszahlungen des Guthabens am Geldautomaten möglich, wobei sogar 10 kostenfreie Auslandsabhebungen im Jahr gestattet werden. Allerdings sind direkte Rücküberweisungen auf das Girokonto nur möglich, wenn sich dieses auch bei der Postbank befindet. Auch können nur maximal 2000 Euro pro Monat ohne Kündigung vorschusszinsenfrei abgehoben werden.

Was die jeweiligen Zinssätze dieser Angebote anbelangt, so liegen diese im oberen Drittel. Die Angebote der Comdirect Bank (bis 5000 Euro) sowie der Ikano Bank zählen sogar zu den zinsstärksten Tagesgeldkonten, so dass diese besonderen Tagesgeldmodelle für viele Sparer durchaus eine Überlegung wert sein dürften.

Tagesgeld – eine sichere Geldanlage

Tagesgeldkonten sind eine gute Möglichkeit, Zinsen für das Geld zu erhalten, dass man derzeit nicht für größere Anschaffungen benötigt, das man aber auch nicht fest anlegen oder in andere Anlageformen investieren möchte. Allerdings sollte man auf einige Punkte achten, bevor man sich für das Angebot einer Bank entscheidet.

Wann lohnt sich ein Tagesgeldkonto?

Bevor man ein Tagesgeldkonto eröffnet, sollte man die Angebote mehrerer Banken vergleichen. Gerade Direktbanken, also Institute ohne eigene Filialen, bei denen man lediglich Online- oder Telefonbanking betreiben kann, locken neue Kunden oft mit vergleichsweise hohen Zinssätzen.
Auf vielen Webseiten findet man kompetente Webseiten, die bei Wahl eines Tagesgeld Kontos helfen.

Einlagensicherung

Kann eine Bank die Einlagen ihrer Kunden nicht mehr zurückzahlen, sichert die Einlagensicherung diese bis zu einer Höhe von 50.000 Euro ab. Gerade über das Internet kann man sein Geld auch leicht bei ausländischen Instituten anlegen. Dabei ist das Geld aber nicht über den deutschen Einlagensicherungsfonds abgesichert, es gelten in diesem Fall die Bestimmungen des jeweiligen Heimatlandes der Bank.

Versteuerung von Zinserträgen

Jede natürliche Person darf jährlich maximal 801 Euro an Zinserträgen kassieren. Über diese Summe hinausgehende Beträge müssen von der jeweiligen Bank versteuert werden, der Satz dafür liegt im Moment bei 25 Prozent. Liegt der Bank kein Freistellungsauftrag vor, werden sogar alle Zinserträge versteuert.

Tagesgeldkonto als Girokonto?

Als normales Girokonto kann man sein Tagesgeldkonto nicht nutzen, da die Auszahlung von diesem nur auf ein bereits bei der Eröffnung angegebenes Referenzkonto möglich ist. Viele Institute bieten jedoch eine Kombination aus Tagesgeld- und Girokonto an, bei der das Girokonto gleichzeitig das Referenzkonto ist.