Wenn man das Angebot von Banken vergleicht, wie es noch vor zwei Jahrzehnten üblich war und welche Möglichkeiten sich heute ergeben, dann wird man feststellen, dass die Bankgeschäfte sehr stark von der Technologie des Internets beeinflusst wurden. Wo man früher sein Girokonto bei der Hausbank vor Ort hatte und das Gesparte auf dem Sparkonto hütete, bieten heute die Online Banken zeitgemäße Konten, wie zum Beispiel das Tagesgeldkonto. Die Angebote solcher Banken klingen auch für gewöhnlich nicht schlecht und sind sogar als ausgesprochen gut zu bewerten, aber gerade ältere Menschen bleiben ihnen gegenüber trotzdem skeptisch. Dabei böte sich zum Beispiel das Tagesgeldkonto statt des Sparbuches schon aufgrund der deutlich höheren Verzinsung an, damit sich das Sparen lohnt. Mit 2,25 Prozent Verzinsung im Jahr schlägt das Angebot so manches Sparkonto.
Doch der Vorteil vom Tagesgeldkonto, gegenüber anderen, vielleicht auch höher verzinsten Geldanlagen, liegt in der kurzfristigen Verfügbarkeit des Notgroschens. Schließlich nützt einem gerade der nämlich nichts, wenn er auf eine bestimmte Zeit festgeschrieben wurde und man dann, wenn man es dringend braucht, nicht über das Geld verfügen kann. Wobei sich die kurzfristige Verfügbarkeit und sofortige Kündigungsmöglichkeit natürlich schon etwas anders darstellt, als wenn man zur Bank vor Ort fahren und das Geld abheben kann, um es sich dann ins Portemonnaie zu stecken.
Die Möglichkeit des Filialbesuchs zur Regelung von Bankgeschäften entfällt bei Onlinebanken in der Regel ganz. Was aber wie ein Nachteil für den Kunden klingt, kann jedoch auch ein Vorteil sein, denn schließlich entfallen die hohen Verwaltungskosten für die Bank und dieses Geld kann statt dessen dem Kunden zufließen, der es in Form besserer Zinsangebote erhält.. Einziger Wermutstropfen dabei ist höchstens, dass man den Bankweg von ein bis drei Werktagen in Kauf nehmen muss, um das Geld von der Onlinebank auf das Referenzkonto bei der Hausbank abzurufen und darüber verfügen zu können. Insofern empfiehlt es sich, möglichst einen Reservebetrag für alle Fälle auf dem Girokonto bei der Hausbank liegen zu lassen, um von einem Moment zum nächsten über Bargeld verfügen zu können. Das Tagesgeldkonto ist damit eine Chance für junge flexible Menschen, die das Internet als das Medium der Zukunft mit all seinen Vorteilen nutzen, das eigene Geld durch Zinseinkünfte zu vermehren, ohne es langfristig festschreiben zu müssen. Die ältere Generation wird sich teilweise jedoch nicht mehr mit den neuen Bankmodellen und ihren Produkten auseinandersetzen wollen und lieber auf das Sparbuch in der Schublade vertrauen, als auf ein virtuelles Guthaben.
Bild oben: © Justyna Korolko
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